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Neuerscheinungen 2014

Stand: 2020-02-01
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Erich Fried, Christine Ivanovic (Beteiligte)

Izanagi und Izanami


Ein Spiel für Sprechstimmen, Gesang und Musik
Herausgegeben von Ivanovic, Christine
2014. 140 S. 185 mm
Verlag/Jahr: IUDICIUM 2014
ISBN: 3-86205-390-3 (3862053903)
Neue ISBN: 978-3-86205-390-2 (9783862053902)

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Vor mehr als fünfzig Jahren ,entdeckte der aus Wien stammende Autor Erich Fried (1921-1988) in seinem Londoner Exil den Mythos vom Ursprung Japans:
Das göttliche Geschwisterpaar Izanagi und Izanami soll dereinst auf einer schwebenden Brücke vom Himmel herabgestiegen sein und in liebender Vereinigung nach und nach die Inseln und die Götter Japans hervorgebracht haben, bis Izanami an der Geburt des Feuergottes zugrunde geht. Voller Trauer begibt sich daraufhin ihr Gemahl Izanagi in die Unterwelt, um die verlorene Geliebte zurückzugewinnen
Fried will diese Geschichte von Elias Canetti erstmals erfahren haben. Fremdheit und Vertrautheit des Sagenstoffs inspirierten ihn zu einer intensiven Beschäftigung mit altjapanischer Dichtung, auf die ihn zusätzlich die britische Musil-Übersetzerin Eithne Kaiser-Wilkins aufmerksam machte. Vermittelt durch das Englische übersetzt, bearbeitet und fügt Fried dann disparate Quellen auf höchst eigentümliche Weise zusammen zu dem einzigartigen Hörspiel Izanagi und Izanami , das im März 1960 im Norddeutschen Rundfunk gesendet wurde.
Im Bemühen um eine Synthese aus japanischem und europäischem tragischen Empfinden schafft Fried einen Text, der weder Original noch Übersetzung ist, der schwankt zwischen Mysterienspiel und Operntext, und der Anleihen macht beim No-Theater wie bei der antiken Tragödie ein ebenso bewegendes wie denkwürdiges Stück, das hier nun erstmals im Druck vorgelegt wird.
Die Edition geht zurück auf einen Fund im Nachlass des Dichters Paul Celan. Der lange Zeit verschollen geglaubte Hörspieltext wurde erst 2011 zusammen mit den Zeugen seiner Entstehung im Nachlass von Erich Fried im Österreichischen Literaturarchiv ausfindig gemacht.
In ihrem Nachwort zur Edition rekonstruiert die Herausgeberin die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte des Stückes, das nicht die einzige Bezugnahme auf den japanischen Mythos in der deutschsprachigen Literatur darstellt.
Christine Ivanovic, Studium der Germanistik, Slavistik, Philosophie; Promotion und Habilitation in Vergleichender Literaturwissenschaft; seit 2003 als Gastprofessorin an der Universität Tokyo.

Erich Fried, geb. 1921 in Wien, floh 1938 nach London, wo er bis zu seinem Tod 1988 lebte. Wegen seines Gedichtbands ´Und Vietnam und´ (1966) noch heftig umstritten, wurde er spätestens mit den ´Liebesgedichten´ (1979) zum meistgelesenen deutschsprachigen Lyriker seit Bertolt Brecht.1987 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.