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Leopold Federmair
Musils langer Schatten
2016. 210 S. 205 mm
Verlag/Jahr: KLEVER 2016
ISBN: 3-903110-08-6 (3903110086)
Neue ISBN: 978-3-903110-08-3 (9783903110083)
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Robert Musil war weder zu Lebzeiten noch danach ein Erfolgsautor. Umso tiefer sind die Spuren, die sein Werk gezogen hat und immer noch zieht. Leopold Federmairs Auseinandersetzung mit Musil folgt unterschiedlichen Wegen: interpretierend, polemisierend, weiterschreibend und -denkend. Jeder seiner Texte schlägt einen anderen Ton an. Sogar die Haltung zu Musil und seinem Werk wechselt, so daß kalkulierte Widersprüche entstehen, die die innere Spannung des Buches ausmachen.
Der Autor fragt sich, wer der Mann ohne Eigenschaften in Geschichte und Gegenwart, in der Fiktion und in der Wirklichkeit sein könnte. Er beleuchtet die Spannung zwischen soldatischer Ethik und zivilem Zögern in Musils Werk, aber auch das Antiheldentum Ulrichs, der Hauptfigur des Großromans. Er zieht Parallelen zu Rilke und
Thomas Mann, widmet sich der ästhetischen Bedeutung der Homoerotik und zuletzt der Frage, warum "Der Mann ohne Eigenschaften" unvollendet blieb. Abschließend erläutert Federmair, inwiefern sich das Verhältnis zwischen Wirklichkeitssinn und Möglichkeitssinn heute umgekehrt hat.
Federmair, Leopold
Leopold Federmair, 1957 in Oberösterreichgeboren, lebt seit 14 Jahren in Hiroshima, Japan. Er schreibt Erzählungen, Romane, Essays, Literaturkritik und Übersetzungen (u.a. José Emilio Pacheco, Ricardo Piglia, Michel Houellebecq, Henri Thomas, Leonardo Sciascia, Francis Ponge, Michel Deguy). 2014 wurde er mit dem Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzungen ausgezeichnet.