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Neuerscheinungen 2011

Stand: 2020-01-07
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Thomas Hirche, Fritz Pfaffl (Beteiligte)

Die Geologie und Mineralogie der Bayerischen Alpen und des Alpenvorlandes


Erze, Industrieminerale, Salze, Brennstoffe
2011. 444 S. m. Fotos. 21 cm
Verlag/Jahr: OHETALER 2011
ISBN: 3-941457-77-2 (3941457772)
Neue ISBN: 978-3-941457-77-5 (9783941457775)

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Bei Föhnwetter erscheinen uns von München aus gesehen die Bayerischen Alpen wie zum Greifen nahe. Möchten wir zu ihnen gelangen, so müssten wir mindestens 50 km durch das Voralpenland zurücklegen. Eine Eisenbahnfahrt von Lindau am Bodensee über München nach Bad Reichenhall zeigt auch dem Geologen die landschaftliche Schönheit des Allgäus, Pfaffenwinkels, Werdenfelser Landes mit dem höchsten Gipfel Deutschlands, der Zugspitze, Tegernsees, Chiemgaus und des Rupertigaus an der Sulzach. München liegt noch auf der gleichnamigen Schotterebene mit der Besonderheit der Schotterfläche Pupplinger Au mit Steilufern an der Isar und Loisach bei Wolfratshausen. Dort können wir noch ungefaltete Nagelfluh sehen und bis Bad Tölz die Hügellandschaftten der älteren und jüngeren Moränenzüge, die uns einst die Eiszeiten hinterlassen haben. Den Nördlichen Kalkaplen ist ein breites Band einer gefalteten, subalpinen Molasse und Flyschzone mit eingeschaltetem Helvetikum vorgelagert.

Die höheren Bayerischen Alpen gliedern sich in eine kalkalpine Baueinheit mit Deckenbau. Von München bis zur Zugspitze werden z.B. von der Vorlandsmolasse bis zur Kalkalpen alle Großbaueinheiten der nördlichen Sediment-Alpen gequert.

Mineralogisch treten hervor die Blei-Zink-Vererzungen im oberen Wettersteinkalk, die Eisenerze in den Ammergauer Alpen und auf der Arzmoos-Alpe bei Bayerischzell (mit Fluorit) und die Manganerzlagerstätten am Jenner, sowie die Salzlagerstätten des Haselgebirges bei Berchdesgaden und Hallein. Noch im Abbau stehen die Bentonit-Lager bei Aichach, Thannhausen, Krumbach, Dreicek Mossburg-Mainburg-Landshut. Pchkohlen (Glanzbraunkohle)-Lager gibt es von Bad Tölz bis Ampfing, wobei die Bergwerke in Peißenberg und Hausham die bedeutendsten waren. Auch Erdöl und Erdgas werden noch gefördert. In historischen Zeiten wurde Gold an der Isar gewaschen.
Vorwort
Die im Abbau stehenden Berchtesgadener Salzlagerstätten und die historischen Eisen- bzw. Blei und Zinkbergbaue im Allgäu, Werdenfelser Land und am Rauschberg bei Inzell in den nördlichen Kalkalpen sind in der geowissenschaftlichen Literatur nicht so umfangreich vertreten, wie andere Teile Bayerns es aufzeigen. Der Grund dafür ist, dass zu keiner Zeit sensationelle Mineralfunde und Neubenennungen erfolgten, wie sie in Wölsendorf und Hagendorf im Oberpfälzer Wald vorkamen.
Seit dem vom Kgl. Bayerischen Oberbergamtdirektor Carl Wilhelm v. Gümbel (1823-1898) in vier umfangreichen Bänden herausgebrachten geognostischen Beschreibungen des Bayerischen Alpengebirges (I, 1861), II Ostbayerisches Grenzgebirge (1868), III Fichtelgebirge, Frankenwald und westliche Vorlande (1879) und IV Fränkische Alp, Frankenjura (1891) sind nun von uns vier Bändchen einer Geologie und Mineralogie Bayerns (1993, 2008, 2009, 2010) vorgelegt worden.
Der Fichtelgebirgler Heinrich Laubmann (1888-1951) schuf mit seinem Buch " Die Minerallagerstätten Bayern rechts des Rheines" ein noch heute wichtiges Nachschlagewerk, das durch eine Neuauflage ergänzt werden sollte, die von H. Strunz stets angekündigt, aber nie durchgeführt wurde. Es existiert aber jede Menge Spezialliteratur, insbesondere über die Alpen. Ein wichtiges Werk auf deutscher Seite sei stellvertretend genannt: M. Gwinner, Geologie der Alpen, in 5 Auflagen erschienen und dabei ständig aktualisiert.
Das zweibändige Werk (1932) des Münchner Regierungsgeologen Franz Münichsdörfer (1882-1934) über Bayerns Boden ist wegen seiner übersichtlichen Darstellung der Geologie, Bodenkunde, Lagerstätten und Landschaftsgeschichte noch heute unentbehrlich.
In jüngster Zeit sind auch für Laien verständliche Werke herausgebracht worden, wie die Kieselsteinbroschüre von (Grundmann & Scholz 2006) zeigt, teilweise wird die Geologie durch neue Lehrpfade in situ aufgezeigt, oft als Mehrzweckpfad mit Botanik und/oder Geschichte verbunden (z.B. Wagner et al. 1997).
Ein stark zu benutzendes Referenzwerk bietet, zumindest für den Allgäuer Raum (Westbayern) im schwäbisch besiedelten Gebiet (Dialekt, Ortsnamen!) (Scholz 1995).

Zwiesel, Stuttgart, Herbst 2011
Fritz Pfaffl und Thomas Hirche