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Stand: 2020-02-01
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Sascha Winter

Das Grab in der Natur


Sepulkralkunst und Memoriakultur in europäischen Gärten und Parks des 18. Jahrhunderts
2018. 520 S. 159 Tabellen, 364 Farbabb. 30 cm
Verlag/Jahr: IMHOF, PETERSBERG 2018
ISBN: 3-7319-0730-5 (3731907305)
Neue ISBN: 978-3-7319-0730-5 (9783731907305)

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Im 18. Jahrhundert kam es in Europa wieder zu einer deutlichen Zunahme an Begräbnissen in der Natur. In zahlreichen Gärten und Parks ließ man auf Inseln, in Hainen oder in Grotten äußerst bemerkenswerte Grabanlagen ausführen. Neben Pyramiden, Tempeln, Kapellen und Ruinen entstanden Sarkophage, Obelisken und Urnen sowie Grüfte und naturbelassene Grablegen. Diese waren häufig über Sichtachsen oder Wegeführungen in eine weiträumige ´Gedächtnislandschaft´ eingebunden. Darüber hinaus bildete das Grab in der Natur einen wichtigen Gegenstand sowohl in Literatur und Kunst als auch in der Gartentheorie und der allgemeinen Publizistik. Es etablierten sich völlig neue Orte, Formen und Praktiken einer seit der Antike nicht mehr üblichen Sepulkral- und Memorialkultur. Fern der Kirchen und Friedhöfe vollzog sich damit ein fundamentaler Wandel in den seit Jahrhunderten tradierten religiösen, gesellschaftlichen und kulturellen Vorstellungen von Bestattung und Totengedenken.
Die kunsthistorische Studie untersucht das vielschichtige Phänomen des Grabes in der Natur erstmals in seinen europäischen Dimensionen. Auf der Grundlage zumeist noch unveröffentlichter Bild- und Textquellen werden nicht nur die ungewöhnlichen Grabstätten, deren ideengeschichtliche Vorbilder, Gestalter und Auftraggeber, sondern auch die medialen Transfer- und Rezeptionsprozesse sowie die neuartigen Begräbnis- und Trauerrituale behandelt.
Sascha Winter studierte Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität und Kunsthochschule Kassel. Im Rahmen von Stipendien und Anstellungen forschte er an den Universitäten Heidelberg, Cambridge und Düsseldorf sowie an der Klassik Stiftung Weimar. Derzeit arbeitet er im Forschungsprojekt ¯Residenzstädte im Alten Reich (1300-1800)® der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Arbeitsstelle Kiel/Dienstort Mainz). Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der europäischen Gartenkunst-, Architektur- und Urbanistikgeschichte der Frühen Neuzeit, der Sepulkralkunst, Memorial- und Erinnerungskultur sowie in der Adels- und Residenzenforschung.